Blog

Kunst für Kinderrechte

In unserer Aktion „Wir machen Kunst sichtbar“ kamen wir mit dem Künstler Tomé T. Etzensperger ins Gespräch. Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Kinderrechte und will mit seinen eindrucksvollen Werken Aufmerksamkeit für sein Herzensthema schaffen. Erfahren Sie mehr im Interview...

StaZ: Herr Etzensperger, danke für Ihre berührenden Motive. Welche Zahlen werden zum Thema Kinderarbeit geschätzt?

Weltweit ist die Zahl der Kinder in Kinderarbeit auf 160 Millionen gestiegen – das ist eine Zunahme um 8,4 Millionen Kinder in den letzten vier Jahren. Millionen weitere Mädchen und Jungen sind durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie gefährdet, so ein neuer Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF.

StaZ: In welchen Bereichen findet Kinderarbeit statt und was sind die Ursachen?

70 Prozent der Mädchen und Jungen in Kinderarbeit arbeiten im Agrarsektor (112,7 Millionen), gefolgt von 20 Prozent im Dienstleistungssektor (31,4 Millionen) und zehn Prozent in der Industrie (16,5 Millionen). Hauptursache ist die Armut der Eltern, die auf die Unterstützung durch ihre eigenen Kinder angewiesen sind. Dies führt aber zu einem erhöhten Angebot an billigen Arbeitskräften und damit zu niedrigen Löhnen, ist also im Umkehrschluss damit mit eine Ursache für die Elternarmut – ein Teufelskreis also. In den westlichen Ländern haben wir durch den Kauf von Fair-Trade-Produkten jedoch die Macht, die Situation in den ärmeren Ländern zu verbessern.

StaZ: Das ist eine erschreckende Entwicklung. Wie wurden Sie auf das Thema aufmerksam?

Auf meiner über ein Jahr dauernden Reise durch Asien 1984 ist mir Kinderarbeit immer wieder begegnet, vor allem in Ländern wie Indien oder Bangladesch. Ich habe in dieser Zeit wöchentlich ganzseitige Reiseberichte über diese Länder für eine Schweizer Tageszeitung geschrieben und gezeichnet und viele interessante Menschen kennengelernt. Am beeindruckendsten war die Begegnung und das Gespräch mit Mutter Teresa in Kalkutta. In den letzten Jahren habe ich immer wieder Ausstellungen zum Thema Kinderrechte gemacht, zuletzt eine Rote-Hand-Aktion und Ausstellung gegen Gewalt an Kindern und auch zum internationalen Tag gegen Kinderarbeit. Ich habe damit vor Allem auch an meiner Schule (Eichenwaldschule Neusäß) immer wieder versucht, die Kinder für diese Themen zu sensibilisieren. Meine Zeichnungen zum Thema Kinderarbeit basieren vor Allem auf Fotografien meines Freundes Thomas Tham Joo Kit aus Singapur. Thomas Tham (1968 in Kambodscha geboren) floh mit 11 Jahren aus einem Camp der Roten Khmer in Kambodscha. Hier musste er mit ansehen, wie sein Freund wegen des Diebstahls eines Eies nackt an ein Kreuz gebunden und zu Tode gepeitscht wurde.

StaZ: Wie können Verbraucher erkennen, welche Unternehmen auf Kinderarbeit verzichten?

Es gibt eine Reihe an Siegeln, die teilweise staatlich anerkannt sind. Im Rahmen des Internationalen Jahres zur Beendigung von Kinderarbeit appellieren ILO und UNICEF zusammen mit den Unterstützer*innen der globalen Partnerschaft Alliance 8.7 und haben dazu einige Forderungen formuliert.

Beitrag teilen: